von Sigrid Lohse
Nach der spanischen Familie war die Lust bei mir auf eine Mädel-WG gewachsen – und dieses Mal sollte ich Glück haben – noch 2 weitere deutsche Mädel und eine Schwedin – Eva – nur soviel im voraus – sie wird meine beste Freundin werden, engste Vertraute und überhaupt alles, eine ganz reizende und lustige Person. Bis heute bin ich mit ihr befreundet, rothaarig und grüne Augen, ja das schlägt in Andalusien wie ein Bombe ein bei den chicos.
Aber nun Versanfang. Mit Eva fing das absolute Lotterieleben an – sex and drugs and rock´n roll….besser könnteman es nicht beschreiben. Schon an dem Tag des Kennenlernens begrüßte sie mich mit einer Martini-Flasche in der Hand. Ich muss dazu sagen, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt keinen Alkohol trank, geschweige denn kaufte. So fing ich an, mit Eva Bailys zu trinken und Batida de Coco und Strandparties . Und dann auch noch Joints, sehr verbreitet in Spanien. Ich redete das erste Mal in meinem Leben mit mir selber.
Eva lernte Pedro kennen. Er hing an ihren Lippen und sie konnte kaum Spanisch, da kann man sich vorstellen, was passierte.. Es war nur ein einziges Gekicher an dieser Strandparty, während er ständig versuchte, sie abzuknutschen – Mann oh Mann – echt aufdringlich die Jungens…. Auch die anderen Geier waren zu Gange und stürzten sich auf die guiris (Ausländer), so als ob wir Freiwild seien. Es war schon lustig, aber wenn ich jetzt daran zurückdenke, wird es mir auch ein bißchen schlecht.
Wir hatten immer eine Horde von Jungs um uns, als ob wir ein klebriger Honig wären und die Bienen nicht von uns ablassen könnten. Das nervte schon ab und an, und sie waren nicht abzuschütteln. So etwas hatte ich noch nicht erlebt, obwohl ich viele Jahre mit meinen Eltern in Noja bei Santander Urlaub verbrachte – aber der Norden geht etwas dezenter vor, nicht so aufdringlich. Mein erster Freund damals aus Bilbao war längst nicht so ein Plasta (Klebestreifen). Kein Vergleich.
Die Andalusier haben ständig vom Stapel gelassen, erzählten, wie romantisch sie seien, la sangre caliente.. en la hora de verdad – war es nicht prickelnd, echt nicht. Die Jungens hatten keine Ahnung! Die Enttäuschung pur.
Auch sonst waren die kulturellen Unterschiede groß: Mit 29 Jahren noch zu Hause wohnen, kaum andere Sprachen sprechen, bei Regen nicht auf die Straße… Es war auch schwierig, seinen Drink zu bezahlen oder die Jungs einzuladen. Viele arbeiteten gar nicht. Hotel Mama. Und Mama war happy.
Dafür machte die Schule immer mehr Spaß und wir hüpften weiterhin auf diesen Parties am Freitag durch die Gänge. Pedro der Fast -Freund von Eva arbeitete dort an der Bar und JM, mein Lehrer-Freund, mußte angeblich da sein, damit der Direktor sieht, was er doch für ein fleißiges Kerlchen ist. Nun die nächste spannende Frage: Kann man mit einem spanischen Jungen nur befreundet sein?
Ja, Manolo war der Mann für alle Fälle. Er stellte uns seiner Familie vor, zeigte uns gute und typische Bars in Malaga, am ,ochenende fuhren wir in kleine Dörfer. Wir haben viel von ihm gelernt. Am Samstag gingen wir gemeinsam auf den Markt, er erklärte uns die verschiedenen Fischarten und danach ging es in unserer Wohnung. Dazu einen schönen Wein, ein Gespräch über Literatur und einen Gin Tonic zum Nachtisch. Ich erinnere mich sehr gerne an diese Nachmittage. Wir lernten nicht nur spanisch, sondern auch kochen und ein wenig über spanische Literatur.
Tina besuchte weiterhin Alfredo und jedes mal konnte sie ihn weniger antreffen, das war ein echtes Drama. Sie tat uns leid. Auch bei Eva stellte sich eine komische Sache ein. Pedro mußte immer nach Hause, da es dort einen tio gab, auf den er aufpassen musste – joooo – besser eine tia, denn seine Frau. Und so sind wir beim Thema – Untreue in Spanien! Die arme Eva, ich mußte es ihr sagen auf der Reise nach Malaga im Herbst 1986 – das war richtig schrecklich, aber dazu später.


Telefónica



giris (Ausländer)
schreibt sich aber so: Guiris
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Danke, das werden wir verbessern. LG
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