von Sigrid Lohse
Weitere Kurse konnten wir an dem Malaca Instituto nicht mehr belegen, so dass wir uns jetzt etwas Neues überlegen mußten. Wir entschieden uns für “leben”, die einfachste, Tätigkeit überhaupt – wir genoßen das herrliche Wetter, die Mädel AG war nur am Lachen und wir haben Quatsch gemacht. Abends sind wir ausgegangen und haben unsere spanischen Freunde getroffen. Wir waren mit den Besitzern einer guten Disco befreundet, so dass wir bald jeden Abend tanzen waren – unser Leben. Wir waren Mitte 20, keine Sorgen. Der Rucksack des Lebens abgefallen und es zählte nur noch die Energie jedes einzelnen. Die Sprache wurde immer besser, die Frisur anders und die Fingernägel blau, die ganze Person wurde wesentlich selbstsicherer und wir genossen das Leben aus vollen Zügen….Die Rückreise bekümmerte uns nur soweit, dass wir jeden morgen als erstes immer in das gleiche Reisebüro tapsten, um nach Flügen zu fragen. Wir fanden immer andere Ausreden und verlängerten unseren Aufenthalt um weitere 6 Wochen. Nach fünf Wochen flatterte ein Telegramm bei mir ein von meiner Mutter. Ich sollte mich melden – auch mein Freund war richtig sauer, und mit Grund, wir hatten seit 6 Wochen keinen Kontakt mehr….
So mußten endgültig Flüge her – schweren Herzens besorgte sich Eva einen Flug nach Schweden und ich einen Bus nach Frankfurt – 48 Stunden Rückreise. Wir verabschiedeten uns und auf nimmer Wiedersehen in das alte Leben zurück. Selten so viele Tränen vergossen, wie auf dieser neverending Busreise! Eigentlich sollte es ein endgültiger Abschied sein. Aber ich hatte nun genügend Zeit mir zu überlegen, wie schaffen wir es, wieder dorthin zurück zu kommen. Erasmus macht es möglich….. Alles weitere in Teil 4.


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