Das ist mit Wien und meinen Geburtstag ist schon wieder eine Weile her, aber ich erinnere mich als wäre es gestern. Am nächsten Tag waren meine Erinnerungen leider nicht ganz so frisch, aber ich weiß, dass es auf dem Badeschiff in Wien eine Geburtstagsparty für mich gab, geplant von den Pannobile-Winzern und -Winzerinnen. Zugegeben, die Party war nicht exklusiv für mich, denn sie kannten mich ja noch gar nicht. Doch jetzt sind wir gute Freunde. Die Freundschaft ist jedoch etwas einseitig geblieben, denn ich hatte an diesem schönen Juniabend deutlich mehr Gelegenheit, die Winzer und ihre Weine kennenzulernen, als sie mich. Aber das soll meine Freundschaftsgefühle nicht stören, zumal ich auch von reizenden Freunden zu diesem Abend eingeladen wurde. Da vermisst man nicht so schnell etwas.
Die Pannobilisten sind neun Winzer aus dem wunderbaren Land Pannobile im Burgenland am Nordostufer des Neusiedler Sees. Sie haben sich zu einem cleveren Vermarktungsteam zusammengeschlossen und wählen alljährlich ganz geheim die Weine aus ihren Kellern, die es ihrer Ansicht nach verdienen, mit dem Pannobile Titel versehen zu werden. Mehr Infos dazu gibt es hier.
Das Konzept der Party war einfach und gut. Für den gemäßigten Eintritt von 45 € konnte man sich auf dem coolen Badeschiff an neun Degustationstischen durch die Weine aus 2009 und 2010 probieren. Dazu gab es ein Flying Dinner von Christian Petz (ja, ein Küchenchef mit Haube). Liebevoller hätte man sich meinen Geburtstagsabend in Wien nicht ausdenken können. Der erste Wein, den ich probiere, kommt vom Weingut Leitner, ein Pannobile Pinot Blanc Salzberg aus 2009. Nomen est omen. Dieser hat wirklich eine aparte Salznote, und dazu Lakritze. Sehr elegant. Ich bleib eine Weile hängen und probiere dazu die Kutteln in Senfsauce. Ach herrlich. Danach mache ich mich über die Roséweine her. Dazu muss ich sagen, dass ich eine Roséverfechterin der ersten Stunde bin, lange bevor dieser Wein ins Zentrum der jetzigen Aufmerksamkeit gerückt ist. Jawoll. Ich bin ja nicht umsonst in Spanien aufgewachsen. Es gibt zwei Roséweine in der Verkostung, aber den von Judith Beck finde ich besonders gut. Ein dichter Rosé, der sich nicht versteckt. Kein Weißwein, sondern ein Rotweinersatz, wenn ihr versteht was ich meine, dunkle Farbe und sehr trocken. Herbes de Provence fällt mir dazu ein. Dazu gibt es einen Spargelsalat und ein wunderbares Tartar.
Nun ein Wort zu den Speisen – die sind exzellent, aber zu wenig. Der Fluch des Flying Buffets erfüllt sich, denn die vollbeladenen Tabletts des Servicepersonals leeren sich leider schon direkt an der Küchentheke. Dort stehen wir aber nicht. Wir sind da, wo wenig ankommt und es bahnt sich ein Ungleichgewicht im Wein- und Speisekonsum an. Doch noch ist es nicht dramatisch…
Aber ich muss etwas zugeben. Es gibt bei den Pannobilisten ganz tolle Rotweine, vor allem von Beck und Heinrich. Wahrscheinlich von allen Winzern, aber ich trinke keinen einzigen. Das ist wahrscheinlich eine Schande. Meine reizenden Freunde schütteln ein wenig den Kopf. Bin ich wirklich Weininteressiert?! Rotwein auf Partys verursacht bei mir sofort Müdigkeit. Also klammere ich mich an Rosé und Weißwein und entdecke viel zu spät die letzte Flasche vom Gsellmann & Hans Pannobile 2009 Weißburgunder. Den hätte ich auch den ganzen Abend getrunken. So viel Nuss im Wein hatte ich noch nie. Apart, sehr apart. Schön zum Minischnitzel. Und dann gab es noch dies und das und wir haben getanzt, in den Mond geschaut und auf dem Nachhauseweg Käsekräcker und Teufelswurst gegessen. Ich kann nur sagen, es war ein wunderbarer Geburtstag.
text copyright by cathrin brandes
www.berlintidbits.posterous.com


Telefónica



