BPM: Waldbrände – Auswirkungen auf Klima und Wirtschaft

Die Waldbrände verursachen weltweit 10 Prozent der Gesamtausstöße von Treibhausgasen, welche für den Klimawandel verantwortlich sind, warnt Miguel Ángel Soto, Vorsitzender der Kampange “Wälder von Greenpeace” in Spanien.

Aber trotz Waldbrände: Die größte Gefahr für das Klima ist der Raubbau in den Tropen – und treibt die Preise vor allem beim Edelholz, meint Andreas Nobis, Vorsitzender der Lignum AG.

 

Tragen Waldbrände und Umweltzerstörung dazu bei, den Preis von Holz in die Höhe zu treiben?

Die gegenwärtigen Waldbrände in Südeuropa und die Vernichtung von vielen Tausend Hektar Wald erschrecken den Betrachter. Aber die davon betroffenen Flächen sind im Verhältnis zu der globalen Vernichtung der Urwälder durch den Menschen gering: Jährlich verschwinden auf der Erde 7,3 Millionen Hektar Wald, vor allem in den Tropen.

Die durch Hitze oder Unachtsamkeit entstandenen, bisweilen von Spekulanten gelegten Brände etwa im Mittelmeerraum haben keinerlei Einfluss auf die Holzpreise: Ihnen fallen fast nur Bäume aus unbewirtschafteten, ungepflegten, zumeist Macchia-artigen Wäldern zum Opfer, die praktisch kaum verwertbares Holz liefern.

Anders verhält es sich bei den durch Abholzen und zum Teil durch Brandrodung vernichteten Tropenwäldern. Das ist einer der Hauptgründe, warum das Edelholz-Aufkommen immer mehr zurückgeht und die Edelholz-Preise tendenziell stetig steigen.
 

Warum ist Holz so wichtig für uns, nicht nur als Rohstoff, sondern auch als Geldanlage?

Als drittwichtigster Rohstoff nach Öl und Gas hat das Holz mit einem Jahresvolumen von rund 200 Mrd. Euro eine wahre Renaissance erlebt – vor allem die Nutz- und Brennhölzer. Edelhölzer, die etwa fünf Prozent an der Spitze des Holzmarktes ausmachen, waren bereits teuer – und werden immer teurer. Ihr Preis steigt seit 40 Jahren, getrieben durch die wachsende Weltbevölkerung und das Verschwinden der Naturwälder. China und Indien – Staaten, mit einer enormen Einwohnerzahl und wachsender Wirtschaftskraft – zählen zu den wichtigsten Importeuren.

Auf Grund des Preisanstiegs hat sich Edelholz auch als Vermögensanalage etabliert. Dieser nachwachsende, ökologische Sachwert, der unabhängig von jeder Wirtschafts- und Finanzkrise Jahresring um Jahresring wächst, bewährt sich als Inflationsschutz und zur Absicherung von Portfolios sowohl von Privatleuten als auch von Institutionen. So hat etwa die renommierte Harward-Universität schon vor Jahren einen großen Teil ihres Vermögens in Wald angelegt.

Wie werden sich das Holzaufkommen und der Preis in den kommenden Jahren auf der Erde entwickeln?

Ebenso wie Wasser gehört Holz zu den knapper werdenden Ressourcen. In den Tropen verschwinden die wertvollen Urwälder immer mehr. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Klima, da Bäume die wichtigste CO2-Senke darstellen und Wasser in die Atmosphäre abgeben, sondern auch auf die Bewirtschaftung selbst: Ähnlich wie bei Fischen, wo man nach dem Überfischen der Weltmeere auf nachhaltige Aufzucht setzt, muss man zur Deckung des zukünftigen Holzbedarfs gezielt und nachhaltig aufforsten.

Die Preise – vor allem im Top-Segment Edelholz – werden aber nicht sinken. Denn das Aufkommen lässt sich für die nächsten Jahrzehnte nicht mehr signifikant erhöhen. Bäume wachsen sehr langsam. In den Natur-Wäldern der Tropen, aus denen auch zukünftig über 90 Prozent des Edelholz-Aufkommens kommen wird, dauert es bis zur Erntereife mindestens 50, meistens sogar 100 und mehr Jahre. Das Aufkommen in den nächsten Jahrzehnten lässt sich deswegen sehr exakt prognostizieren.

Besonders in den asiatischen Ländern nimmt aber die Nachfrage nach Edelholz, das dort kulturell tief verwurzelt ist, weiter rasant zu. Selbst Deutschland exportiert heute große Mengen heimischer Hart- und Edelhölzer nach China. Netto-Holz-Importeure – sie importieren mehr Holz als sie exportieren – sind heute schon die USA und Brasilien, beides Länder mit riesigen Naturwäldern. Holz wird zum strategischen Rohstoff.

Mehr zu LIGNUM unter:
www.lignumAG.de

 

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