Für viele und wahrscheinlich für eine Vielzahl der Frauen klingt Elektrotechnik entweder staubtrocken oder zu kompliziert. Ein echter Männerstudiengang also! Dies ist auch so – in Berlin – liegt die Frauenquote bei derzeit ca. zehn Prozent in diesem Studiengang. Gerade der Elektrotechnik wird in Zukunft aber ein großes Jobpotenzial zugesprochen. Generell den Naturwissenschaften und den Ingenieurs- und Informatikstudiengängen; also den Branchen, in denen Frauen unterbesetzt sind. Sind “Männerstudiengänge” nun zukunftsträchtiger? Abzuleiten wäre: Frauen sollten neue Berufsfelder für sich entdecken und bei der Wahl des Studiengangs oder der Ausbildung zukunftsorientiert denken und auswählen.

Und tatsächlich erscheinen die Argumente schlüssig: 15 000 unbesetzte Stellen derzeit, Nachfrage nach Absolventen wird in den folgenden Jahren nicht gedeckt werden können, viefältiger Stundenplan, viele verschiedene Fachbereiche werden während des Studiums durchkreuzt (z. B. Regelungstechnik, Physik, Systemtechnik, Mathematik etc., Programmierung), hohe Gehälter, geringe Arbeitslosenquote.

Dennoch sollte die Wahl zum Studiengang der Elektrotechnik bei den erwähnten Vorteilen nicht zum übereilten Tatendrang auffordern, z. B. ist die Mathematik ein wichtiges Fach im Studiengang, viele Studierende scheitern genau daran (dies bestätigen die Statistiken der Durchfallquoten in den Klausuren (über 80 Prozent!)). Das ist im Umkehrschluss traurig, denn eventuell sind schon einige Semester ins Land geflossen und erst dann wird den Studenten bewusst, dass sie den Anforderungen der Mathematik oder anderer Teilbereiche nicht gerecht werden. Hier müßte generell im Vorfeld für mehr Aufklärung gesorgt werden. Durch den Status der Autonomie – den Deutschlands staatlichen Universitäten zugebilligt wird – handhabt jede Universiät diese wichtigen Punkte anders, sei es mit Aufnahmeklausuren, Auswahlgesprächen,Tests und Studienbedingungen während des Absolvierens etc. Der Synergieeffekt liegt auf der Hand: zu schwierige Studienbedingungen ergeben eine hohe Abbrecherquote und sorgen auf dem Arbeitsmarkt für das Loch an nicht vorhandenen Experten im Bereich der Elektrotechnik. Alles in allem verlangt diese Branche aber Experten, die harten Bedingungen gewachsen und vielfältig begabt sind. Belohnung erfolgt über hohe Einstiegsgehälter (derzeit ab ca. 40 000 Euro) und kaum vorhandener Arbeitslosigkeit.

In Berlin bieten die Fachrichtung Elektrotechnik derzeit folgende Hochschulen an:

Technische Universität Berlin (TU)
Technische Fachhochschule Berlin
Fachhochschule für Technik und Wirtschaft
Steinbeis Hochschule (privat)